Wie eine Architekturkoryphäe wie Manfred Wehdorn würdigen, der als „Der Denkmalpfleger von Wien“, als „Il Professore“, als „Grandseigneur“ oder schlicht als „der Wehdorn“ tituliert wird? Es sollte keine umfassende Monographie oder ein Nachschlagewerk werden (allein die Aufzählung seiner Tätigkeiten würden mit einer umfassenden Bibliographie bereits viele Seiten in Anspruch nehmen). Das vorliegende Buch sollte auch keine architektur-, kultur- und kunstwissenschaftliche Abhandlung werden, sondern einen besonderen Fokus, einen anderen Blick auf sein Schaffen ermöglichen.
Ob bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt – immer macht man sich vom Anderen ein Bild. Unweigerlich wird dabei das Vis-à-Vis zum eigenen „Spiegelbild“. Dies war die Conclusio unserer Überlegungen zur Publikation, die dazu führte, dass wir verschiedenste Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, langjährige oder neuere WegbegleiterInnen, StudienfreundInnen, ArbeitskollegInnen und ehemalige StudentInnen gebeten haben, über ihre persönlichen Begegnungen und Erfahrungen mit Manfred Wehdorn einen Beitrag, ein Persönlichkeitsbild von ihm zu skizzieren, welches den Menschen Wehdorn sichtbarer macht. Keine Private View, keine Laudatio, sondern Erfahrungen durch Begegnungen, in deren Brennpunkt die unglaublich vielfältigen Aktivitäten des Architekten, Institutsgründers, Denkmalschützers, Städtebauers, Industriearchäologen, Universitätsprofessors, international vielgefragten Ratgebers, Visionärs und Menschen stehen, ist unser Anliegen.
Vor Ihnen liegen nun 23 Essays (alle wurden 2025 verfasst) in alphabetischer Reihenfolge der Namen der Autorinnen und Autoren über eine der prägendsten und bedeutendsten Architektenpersönlichkeiten nach 1945 in Österreich. Sie alle entstanden im weitesten Sinn durch berufliche Begegnungen und vermitteln eine Vielfalt von Eindrücken von Manfred Wehdorn.
(Carl Aigner, Markus Kristan, Herausgeber)