Ökonomie und Gesellschaft / Resozialisierung der ökonomischen Rationalität

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Ökonomie und Gesellschaft / Resozialisierung der ökonomischen Rationalität
In den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften wird ökonomische Rationalität mit dem Konzept des am egoistischen Selbstinteresse orientierten, nutzenmaximierenden Handelns gleichgesetzt. Diese verengte Auffassung ökonomischer Rationalität wird sowohl innerhalb der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften als auch aus der Perspektive einer Philosophie der praktischen Rationalität seit längerer Zeit in Frage gestellt. Kritiker konstatieren dabei nicht nur, dass das Leitbild der HO-Rationalität zu einer methodologischen Engführung des wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Denkens geführt habe. Es habe vielmehr darüber hinaus in entscheidender Weise das Handeln realer Akteure beeinflusst und infolgedessen nicht unwesentlich zur Entstehung auch aktueller wirtschaftlicher Krisen beigetragen. Die Beiträge des vorliegenden Bandes gehen zum einen der Frage nach, welche theoretischen und empirischen Unschärfen sich mit dem HO-Konzept ökonomischer Rationalität verbinden. Zum anderen wird betrachtet, welche disziplinären Optionen und Perspektiven für eine Revision des Rationalitätskonzepts innerhalb der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften verfügbar sind.
Inhalt
Albert Löhr, Eckhard Burkatzki: Resozialisierung der ökonomischen Rationalität - Thematische Einführung
Dieter Schneider: Wissenschaftsgeschichtliches gegen ein "Akteurskonzept des Homo oeconomicus (HO)"
Michael Aßländer: Gier als Tugend? Der HO und die Fiktion vom eigennützigen Handeln
Matthias Hühn: Wie die Wirtschaftswissenschaften sich der Ethik entledigten
Dirk Raith: "Social Business" und der "Business Case" der CSR: Über postmoderne Metamorphosen des "kapitalistischen Geistes"
Dieter Bögenhold: Rationalität und Irrationalität ökonomischen Handelns: Wissenschaftstheoretisch-methodologische Fragen der Vermessung von Wirtschaft und Gesellschaft
Steffen W. Groß: Modelle in der Ökonomik: Was sie zu leisten vermögen und welche Ansprüche an sie der Korrektur zu unterwerfen wären
Benjamin Zips: Der Preis von Scheindiskursen - Thesen zum wirtschaftswissenschaftlichen Diskurs um das Akteurskonzept des homo oeconomicus
Bettina Hollstein: Die Resozialisierung der ökonomischen Rationalität mit Hilfe des neopragmatistischen Ansatzes von Hans Joas
Milena Valeva: Entpsychologisierung der Wirtschaftswissenschaften als Möglichkeit zur Resozialisierung der ökonomischen Rationalität
Reinhard Pfriem: Weltklugheit statt ökonomischer Rationalität - Ein theoretischer Bezugsrahmen für Unternehmen als Akteure gesellschaftlicher Transformation, zugleich ein Beitrag zur Aktualisierung des aristotelischen Phronesis-Konzeptes
Michaela Haase, Christian Neuhäuser: Handlungstheoretische Voraussetzungen der Nachhaltigkeitsforschung und der Homo oeconomicus
Ute Schmiel, Heiko Hoßfeld: Gewinnmaximierung als marktwirtschaftlich legitimes unternehmerisches Ziel? - Zur Konkretisierung marktwirtschaftlich legitimer Gewinnverfolgung am Beispiel der Steuerausweichgestaltung
Robert Holzmann, Patrick Ulrich: Die Resozialisierung des Homo Oeconomicus im Funktionsbereich Compliance: Die Norm als zentrales Analyseobjekt der betriebswirtschaftlichen Compliance-Forschung

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ISBN: 9783731611073

Language: German

Publication date: 11.2014

Number of pages: 350

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