Peter Tuma versammelt in diesem Buch Bilder zum Thema Landschaft aus seinem Schaffen, wie sie heterogener nicht sein könnten. Die frühesten Werke stammen aus dem Ende der 1960er Jahre, die neuesten aus der Gegenwart. Es erstaunt daher nicht, dass sich in den Jahrzehnten nicht nur Tumas Blick auf die Landschaft verändert hat, sondern auch seine Manier, sie als Künstler darzustellen. Was Stil und Form angeht, werden seine Bilder im Lauf der Jahre immer malerischer. Beherrscht sie anfangs die Linie, so ist es später die Farbe. Damit einher geht eine Verschiebung von einer eher nüchtern kognitiven hin zu einer stärker emotional geprägten Auffassung der Landschaft, ja der Welt, was sich auch in der unterschiedlichen Temperatur der Werke Tumas manifestiert. Die Linie will dem Wesen der von ihr erfassten Dinge mit ingenieurhafter Neugier und kartesianischem Ernst auf den Grund gehen; die Farbe dagegen erfasst sie, durch das Prisma des Gefühls gesehen, oft con brio in einer Art malerischen Überschwangs – fast möchte man sagen: gut gelaunt, wie dramatisch das Thema auch sein mag, mit dem sie sich im Bild auseinandersetzt.
Der Katalog erscheint anlässlich der Ausstellung PLAYGROUND/Landschaft als Metapher. Arbeiten von 1969–2026, die 2026 im Künstlerhaus mit Galerie in Göttingen e. V. im Lichtenberghaus und 2027 im Herzog Anton Ulrich-Museum, Braunschweig, stattfindet.