Franz Ludwig Catel (1778–1856) gehört zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten der deutschen Kunst in Rom im frühen 19. Jahrhundert – und ist heute doch weitgehend in Vergessenheit geraten. Der vorliegende Band erschließt Leben, Werk und Nachwirkung dieses bedeutenden Malers erstmals umfassend für ein deutschsprachiges Publikum.
Ausgehend von Catels Biografie zeichnet die Studie seinen Weg von Berlin über Paris nach Rom nach, wo er sich dauerhaft niederließ und zu einer zentralen Figur im Kreis der deutschen Künstler wurde. Seine Wohnung an der Piazza di Spagna wurde zu einem wichtigen Treffpunkt der internationalen Kunstszene.
Im Mittelpunkt steht darüber hinaus die von Catel gegründete Stiftung, die bis heute besteht. Aus seinem Nachlass hervorgegangen, unterstützt die Fondazione Catel seit dem 19. Jahrhundert deutsche und italienische Künstler und bewahrt zugleich eine umfangreiche Kunstsammlung. Die Publikation rekonstruiert erstmals systematisch die Geschichte dieser Institution, ihre rechtliche Entwicklung sowie ihre kontinuierliche Tätigkeit als Förderer zeitgenössischer Kunst.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der wissenschaftlichen Erschließung der Sammlung: Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpturen werden neu inventarisiert, analysiert und in ihrem kunsthistorischen Kontext verortet. Dabei stützt sich die Untersuchung auf bislang teilweise unveröffentlichte Archivalien und bietet einen differenzierten Einblick in Sammlungsstruktur, Erwerbungsgeschichte und künstlerische Netzwerke im Rom des 19. Jahrhunderts.
Die reich dokumentierte Studie verbindet Biografie, Institutionsgeschichte und Sammlungskatalog zu einer geschlossenen Darstellung. Sie eröffnet neue Perspektiven auf den deutsch-italienischen Kulturaustausch, die Rolle privater Mäzene und die Dynamiken des römischen Kunstlebens zwischen 1800 und 1850.