In der Mangelwirtschaft der DDR waren „Beziehungen“, handwerkliches Geschick – die sogenannten „goldenen Hände“ – und Westgeld wichtige Mittel, um an begehrte Waren zu gelangen oder bürokratische Hürden schneller zu überwinden. Auch Alexander Braun versuchte in den 1970er Jahren im ostberliner Umland, in Schöneiche, seine Fähigkeiten als Schlosser zu nutzen, um sich ein bescheidenes Maß an Wohlstand zu verschaffen – dabei allerdings nicht immer auf legalem Wege.
Eine entscheidende Wendung nahm sein Leben 1981: Mit gerade einmal 30 Jahren wurde er aus gesundheitlichen Gründen frühverrentet. Die damit verbundene Reisefreiheit in das „nichtsozialistische Ausland“ eröffnete ihm völlig neue Möglichkeiten. Geschäftssinn und eine gehörige Portion Schlitzohrigkeit führten ihn fortan nicht nur in die entlegensten Regionen der DDR, sondern auch auf Hamburger Schrottplätze, zu Filmproduktionen auf dem brachliegenden Potsdamer Platz und zu Begegnungen mit Westberliner Oldtimer-Verleihern. Schließlich geriet er sogar in den Blick der DDR-Devisenbeschaffer rund um Schalck-Golodkowski – insbesondere des Bereichs Kommerzielle Koordinierung und der Firma Interport.
Seine Erinnerungen sind damit weit mehr als die persönliche Bilanz eines ungewöhnlichen und turbulenten Lebensabschnitts. Sie gewähren zugleich einen aufschlussreichen Einblick in die Alltagsgeschichte und die kreativen Überlebensstrategien des „kleinen Mannes“ in der DDR.