"Dr. Arthur Meyer, Dr. Dr. Carl Nörtemann, Eduard Kühl und Eduard Großheim spielten als Bürgermeister von 1926 bis 1945, in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus, eine entscheidende Rolle in der Stadt Stade.
Emil Beyer, Nicolaus von Borstel und Ludwig Jürgens - diese drei Männer waren nach dem Zweiten Weltkrieg in der leitenden Position und standen vor der großen Aufgabe, demokratische Strukturen wiederaufzubauen. Dabei standen sich nicht selten Täter und Opfer (erneut) gegenüber.
Die vorliegende Arbeit nimmt neben den Bürgermeistern auch die Männer aus der "zweiten Reihe", die städtischen Beamten und Angestellten, in den Blick. Als Mitarbeitende trugen sie dazu bei, das NS-Regime "von unten" zu stabilisieren; sie waren aber gleichzeitig auch Objekte seiner Personal- und Kriegspolitik. Nach dem Zweiten Weltkrieg fand kein flächendeckender Personalaustausch in der Stadtverwaltung statt, sodass vor dem Hintergrund neuer gesetzlicher Bestimmungen auch nach den Kontinuitäten gefragt werden muss.
Der Untersuchungszeitraum von 1926 bis 1952 war von gravierender politischer Umwälzung, Verfolgung und Krisen geprägt. Gerade für die Jahre der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges stellt sich die Frage, wie die städtischen Mitarbeitenden die Strukturen der Verwaltung an die von innen und außen formulierten Ansprüche anpassten. Diese biografie- und verwaltungsgeschichtlich angelegte Studie untersucht die sieben nacheinander amtierenden Bürgermeister sowie die Beschäftigten der Stadtverwaltung einer Klein- bzw. Mittelstadt in einer ländlich-protestantisch geprägten Region: Wie gingen sie mit ihrer Verantwortung um?"