Wie entsteht ein transdisziplinäres Projekt im Bereich künstlerischer Forschung – bzw. forschender Kunst? Oft aus einem Moment des Innehaltens, einem geteilten Staunen – aus der Ahnung, dass aus verschiedenen Perspektiven etwas Neues erwachsen kann. Mind the Gap ist genau daraus entstanden – aus der Begegnung einer Künstlerin, einer Naturwissenschaftlerin, einer Medienwissenschaftlerin und eines Kunstpädagogen, die gemeinsam ausloten, was passiert, wenn Kunst, Wissenschaft und Bildung in Resonanz treten.
Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit dem Verlust von Biodiversität – einem Thema, das uns alle betrifft und doch selten dazu führt, dass Erkenntnis und Emotion in zukunftsgerichtetes, konstruktiv-transformatives, gestalterisches Handeln münden. Mind the Gap zeigt, wie sich solche Impulse entfalten lassen – wie Brücken entstehen zwischen Disziplinen, Generationen und Denkweisen.
Mind the Gap dokumentiert und reflektiert diesen transdisziplinären Prozess: Es vereint Essays, Bild-Text-Dialoge, wissenschaftliche Reflexionen und künstlerische Positionen zu einem dichten Geflecht von Stimmen und Blickwinkeln. Im Zentrum stehen die Arbeiten der Künstlerin Betty Beier, die seit über 25 Jahren die Spuren menschlicher Eingriffe in Landschaften in ihrer forensischen Kunst sichert – als ästhetische Verdichtung ökologischer und gesellschaftlicher Konflikte.
Dieser Band ist eine Einladung, verschiedene Perspektiven auf das Post-Anthropozän zu nutzen, um in den Austausch zu kommen – Räume zu öffnen, in denen Denken und Fühlen, Forschen und Gestalten, Wissen und Handeln in konstruktive Resonanz kommen. Ein Buch über verschiedene Annäherungsweisen und gemeinsame Anliegen – und den Funken, der wechselseitig überspringt, wenn Kunst und Wissenschaft aufeinandertreffen.