Die Medical Humanities bilden ein dynamisches und zugleich fragiles Forschungsfeld an der Schnittstelle von Medizin, Kultur und Gesellschaft. Der vorliegende Band greift diese Vielschichtigkeit auf und versteht sich sowohl als Reflexionsinstrument als auch als Impulsgeber für Forschung, Lehre und Praxis. In 17 Beiträgen werden die historischen, kulturellen und ethischen Dimensionen medizinischen Wissens und Handelns sowie die Bedeutung von Kunst, Narration und sozialer Verantwortung in einer sich wandelnden Gesundheitskultur beleuchtet. Der Band versammelt 20 in Österreich lebende Autor:innen aus den Bereichen Medizin, Geistes- und Sozialwissenschaften, Ethik, Kunst und Pflege mit besonderem Fokus auf die Entwicklungen vom 19. Jh. bis zur Gegenwart. Drei thematische Schwerpunkte strukturieren die interdisziplinäre Auseinandersetzung: „Medical Narratives“ widmet sich literarischen, künstlerischen und performativen Perspektiven auf Krankheit, Heilung und medizinische Praxis; „Medical Humans“ untersucht historische Akteure, Institutionen und Wissenskulturen; „Medical Care“ reflektiert aktuelle Fragen von Betreuung, Ethik, Migration und Diversität im Gesundheitswesen. Die Beiträge zeigen, wie sich Medizin als kulturell eingebettete Praxis verstehen lässt, als ein Feld, das wissenschaftliche Erkenntnis, menschliche Erfahrung und gesellschaftliche Verantwortung verbindet. Das Buch richtet sich an Wissenschaftler:innen, Lehrende und Studierende aus Medizin, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften sowie an Entscheidungsträger im Bildungs- und Gesundheitswesen. Der Band leistet einen grundlegenden Beitrag zur Etablierung und theoretischen Fundierung der Medical und Health Humanities in Österreich und im deutschsprachigen Raum und eröffnet Perspektiven für ihre zukünftige institutionelle und gesellschaftliche Verankerung.