Die erste Zusammenarbeit von Roland Hagenberg und Chris Mosdell vereint auf einzigartige Weise Sprache und Bild. Während Mosdell mit seinen poetisch-avantgardistischen Liedtexten international Maßstäbe setzte, ergänzt Hagenberg dieses Schaffen mit ausdrucksstarken Fotografien, die Stimmungen und kulturelle Kontexte visuell vertiefen. Ihre Kooperation schafft eine synästhetische Verbindung zwischen Wort und Bild – eine künstlerische Fusion, in der Mosdells Lyrik durch Hagenbergs fotografischen Blick eine visuelle Entsprechung findet.
Roland Hagenberg und Chris Mosdell lebten jahrelang als Nachbarn in Kyoto und Tokio – ohne es zu wissen. Sie hatten gemeinsame Freunde, bevorzugten die gleichen Cafes, Ausstellungen und Parties, und trotzdem trennten sie Welten. Dieses Büchlein geht auf die erste zufällige Begegnung zurück, getragen von Humor, Wortspielen und dem beidseitigen Feinsinn für das Absurde im Alltag. Gespräche folgten. Über das Leben zwischen Kulturen, über Wege und Umwege, über kreative Menschen, denen sie begegnet waren und die sie prägen sollten, oft erst im Rückblick.
Als lyrische Fragmente aus ihrem manchmal musikalischen Zusammenhang gelöst, treten hier Mosdells Texte als eigenständige Gedichte in Erscheinung. Sie erzählen von Reisen, inneren Landschaften und gelebter Zeit. Hagenberg hat ihnen keine Illustrationen gegenübergestellt, sondern Fotografien gewählt, die aus der jeweiligen Stimmung heraus entstanden sind. Es sind Bilder, die assoziativ antworten, persönlich gefärbt, manchmal widersprechend, manchmal überraschend nah.
So entsteht eine offene Verbindung zwischen Wort und Bild: keine Erklärung, sondern ein Dialog. Die Fotografien folgen keinem erzählerischen Zwang, sondern dem Gefühl, das die Texte auslösen. In diesem Zusammenspiel öffnen sich neue narrative Räume, die den lesenden Betrachtenden erlauben, eigene Verbindungen zu knüpfen und den gemeinsamen Lebenslinien der beiden Künstler nachzuspüren.