Henrike Naumann: Die Innere Front- The Home Front

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Henrike Naumann: Die Innere Front- The Home Front
Die Publikation erscheint als Materialsammlung zu Henrike Naumanns Beitrag für die Ausstellung RUIN im Deutschen Pavillon der diesjährigen Venedig Biennale. Sie hat keinen klaren Anfang und kein Ende. Beim ‚Forever‘-Umrunden der Seiten entlang der Spiralbindung entstehen neue Verknüpfungen, Fragmente verschieben sich, Bedeutungen kippen, Gesehenes erscheint in der Wiederholung anders. Klare Lesarten verweigern sich. Das zusammengetragene Material gibt kontextualisiert und verwirrt gleichzeitig. Es ist ‚ungemütlich‘, ähnlich wie Henrike Naumann ihren Beitrag bezeichnete. Es zeigt sich eine dichte künstlerische Praxis, die nicht bewusst abgeschlossen werden konnte, sondern durch ein abruptes Ende bestimmt ist. Als Materialsammlung werden verschiedene Elemente und Ansätze aus dem gesamten Arbeitsprozess zusammengeführt. Einmal die Hieroglyphen, die Henrike Naumann als Glossar und eigenes Zeichensystem beschrieb, teilweise begleitet von Texten von Clemens Villinger. Dazu kommt das umfangreiche ‚masterplan.key‘, ein fortlaufend bearbeitetes Dokument, mit dem sie vor über einem Jahr begann, um Ideen und Verknüpfungen zu sammeln. Es half ihr konzeptionelle Ansätze und Brüche zu entwickeln, sowie ihre Notizen und Denkprozesse aus den Skizzen und intensiven Recherchen zu visualisieren. Darunter der erste Konzeptentwurf aus dem Bewerbungsprozess. Ähnlich wie bei ihrer Praxis der ‚Konzeptpapiere‘ nutzte Henrike ‚masterplan.key‘ als internes konzeptionelles Dokument, in dem sie Collagen und Manipulationen entwickelte, um das Material und die übereinanderliegenden Kontexte zu bändigen. Die Seitengröße des Dokuments orientiert sich an dem Laptopbildschirm, vor dem man mit ihr saß, während sie eine ihrer Keynote-Präsentationen durchklickte, um den künstlerischen Prozess in einem Projekt zu erläutern. Die Sammlung enthält weiterhin Naumanns Konzepttextskizzen und einen Text von Kerstin Stakemeier. Dazu kommen einzelne Objektaufnahmen der Hieroglyphen, die noch in Naumanns Studio entstanden waren, sowie Ausstellungsansichten aus Venedig. Der Künstler Johannes Büttner entwickelte die konzeptionelle und grafischen Umsetzung der Publikation. Die Materialsammlung war nicht mehr von Henrike Naumann geplant gewesen. Die Herausgeber:innen entschieden sich kurz vor der Eröffnung zur Veröffentlichung, um an ihren gewählten Schritt einer Sichtbarmachung von Ideen, Ansätzen und Recherchen anzuknüpfen, den sie mit dem Metallordner CONCEPTS eingeschlagen hatte. Die breite Vermittlung ihrer Arbeit war Henrike Naumann immer besonders wichtig, das Offenlegen ihrer Recherchelinien und Denkprozesse zu ihrem Pavillonbeitrag versucht diese Motivation so gut wie möglich zu unterstützen. Es ist ein offenes Dokument entstanden, das Einblick gibt, aber vor allem herausfordert und zum Weiterdenken provoziert.

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ISBN: 9783948546700

Language: English

Publication date: 18.06.2026

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