Mit ihrem gemeinsamen Buchprojekt „Doppeltes Spiel“ verbinden Jens und Corinna Rosteck Fotografie und Poesie zu einer außergewöhnlichen künstlerischen Einheit, –– ein Livre d’artiste, das Bild und Text gleichberechtigt miteinander verschränkt. Das Geschwisterpaar, das seit fast sechs Jahrzehnten gemeinsam durchs Leben geht, nutzt seine Ausdrucksformen als Spiegel der eigenen Beziehung und inneren Welt, der individuellen Wahrnehmung und gemeinsamer Lebenswege.
In Langgedichten und Fotografien entsteht ein vielschichtiges Zusammenspiel von Nähe und Distanz, Selbstinszenierung und Intimität. Ihre Werke, die sie "Gedankenlandschaften" nennen, leben von klarer Form und experimenteller Offenheit. Ihre Inspiration schöpfen die Rostecks aus unterschiedlichen Orten und Lebensstationen, darunter Ibiza, Paris, Nizza und Berlin. Ebenso prägen mediterrane Einsamkeit, Großstadtboulevards, Wüsten und Meereslandschaften ihre Bild- und Sprachwelten.
Im Zentrum von „Doppeltes Spiel“ stehen Vertrautheit, Wahrnehmung und die Komplexität menschlicher Beziehungen. Die Grenzen zwischen Ich, Bild, Text und Musik werden bewusst verwischt, wodurch ein offener Raum für Interpretation entsteht. Jens und Corinna Rosteck arbeiten mit Überblendungen, Fragmenten und poetischen Verdichtungen. Dabei entstehen Werke, die zwischen Nähe und Distanz, Provokation und Verletzlichkeit, Spiegelung und Konfrontation oszillieren. Das Buch lädt dazu ein, Beziehungen in ihrer flüchtigen, widersprüchlichen und sinnlichen Form von Schönheit wahrzunehmen.