Was geschieht, wenn Liebe stärker wird als Vernunft, gesellschaftliche Ordnung und moralische Verpflichtung? Mit „Die Wahlverwandtschaften“ schuf Johann Wolfgang von Goethe einen der faszinierendsten und psychologisch vielschichtigsten Romane der deutschen Literatur. Eduard und Charlotte führen auf ihrem Landgut ein geordnetes Leben. Doch ihre Harmonie gerät ins Wanken, als Eduards Freund, der Hauptmann, und Charlottes junge Verwandte Ottilie zu ihnen kommen. Bald entstehen neue Anziehungen: Eduard fühlt sich unwiderstehlich zu Ottilie hingezogen, während Charlotte und der Hauptmann einander näherkommen. Goethe greift dabei das naturwissenschaftliche Prinzip der „Wahlverwandtschaften“ auf: Wie bestimmte Stoffe bestehende Verbindungen lösen und neue eingehen, scheinen auch Menschen von geheimnisvollen Kräften zueinander hingezogen zu werden. Doch wo endet die Macht des Gefühls – und wo beginnt die Verantwortung? Diese erweiterte Ausgabe ergänzt Goethes vollständigen Roman um neu erstelltes Begleitmaterial: eine ausführliche Goethe-Biografie, einen Beitrag zur Entstehung des Romans sowie vertiefende Analysen zu Liebe, Ehe und gesellschaftlicher Ordnung, zur chemischen Metapher der Wahlverwandtschaft und zu den Hauptfiguren Eduard, Charlotte, Ottilie und dem Hauptmann. Entdecken Sie Goethes Meisterwerk mit neuen literarischen und historischen Perspektiven.