„So gut wie alle Zeichnungen und Aquarelle, die in diesem Buch versammelt sind, hat niemals jemand gesehen. Wenn eine Zeichnung fertig war, dann wanderte sie in einen geräumigen Ladenschrank – von mir als das Massengrab bezeichnet – und verschwand fortan mit wenigen Ausnahmen in der Dunkelheit. Dennoch waren es sichtbar gewordene Ergebnisse meiner zeichnerischen Auseinandersetzung mit der Welt.“
So beschrieb der 2025 verstorbene Architekt, Autor und Künstler Klaus-Jürgen Bauer diese Arbeiten, die er als besonders nah an seiner Person empfand. „Gerade die Zeichnung, das Aquarell mit seiner unmittelbaren Verbindung zur Seele, drückt mich in gewisser Weise präziser aus als etwa ein Bauwerk.“ Bauer reflektierte nicht nur die Entstehung seiner Arbeiten, sondern auch ihre Verortung im kunsttheoretischen Raum. „Bilder sind Argumente“, sagte er und verwies auf Stimmen wie Ralph W. Emerson und Jorge Luis Borges. Emerson meinte, dass Argumente – oder eben Bilder – niemanden überzeugen würden, und Borges, dass sie deshalb nicht überzeugen, weil sie als Argumente präsentiert werden. „Wir würden sie betrachten, vergleichen, hin und her wenden und uns schließlich vielleicht gegen sie entscheiden: oder auch nicht. Wahrscheinlich ist genau das die Rolle von Bildern bei Ausstellungen und in Büchern.“
Aus meinem Ladenschrank gibt erstmals Einblick in einen kaum bekannten Teil seines künstlerischen Schaffens.