Migration ist für den heutigen organisierten Berufssport – und im Besonderen für den globalisierten Berufsfussball – ein prägendes und kennzeichnendes Merkmal. Die Kader von Profivereinen setzen sich zusammen aus Spieler*innen unterschiedlichster Herkunft und Profispieler*innen migrieren als Arbeitsmigrant*innen im Verlaufe ihrer Sportkarriere häufig mehrmals.
Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegenden Dissertation Migrationssachverhalte im organisierten Berufssport, wobei erörtert wird, wie diese einerseits vom Sportverbandsrecht und andererseits vom Migrationsrecht erfasst werden. Der Fokus liegt hierbei in erster Linie auf dem im europäischen Sportsystem eingebetteten Berufsfussball in der Schweiz.
Ausgehend von drei Migrationssachverhalten (internationale Transfers, Ausländerregelungen und der Themenkomplex Staatsangehörigkeit/Nationalität) werden die einschlägigen Verbandsnormen systematisch rekonstruiert, den Vorgaben des Ausländer-, Freizügigkeits- und Bürgerrechts gegenübergestellt und auf ihre Vereinbarkeit hin überprüft. Die Abhandlung geht zudem der Frage nach, inwiefern sich der «besondere Stellenwert» des Berufssports in der Anwendung migrationsrechtlicher Bestimmungen widerspiegelt und ob Berufsfussballer*innen rechtlich wie andere Arbeitsmigrant*innen behandelt werden.
Ein abschliessender Exkurs beleuchtet menschenrechtliche Aspekte im organisierten Berufsfussball, zeigt Bereiche mit menschenrechtlichen Risiken auf und diskutiert mögliche Lösungsansätze.