Die sozialwissenschaftlichen Disziplinen haben in den letzten Jahren wieder Fragen der Institutionenbildung und des Institutionenwandels ins Programm genommen und sich damit der handlungsregelnden Wirkungen von Institutionen erinnert. Für den soziologischen wie für den ökonomischen Institutionalismus ist damit die Herausforderung verbunden, Defizite und Schwächen ihres eigenen, klassischen Theorienbestandes zu bearbeiten und sich zu fragen, welche grundsätzlichen Entwicklungswege ihnen offen stehen und welche Konsequenzen diese für das Verhältnis der Disziplinen untereinander und für die Möglichkeit einer gemeinsamen bzw. komplementären empirischen Analyse institutioneller Regelungen wie des Marktes, der hierarchischen Organisation und der Arbeits- und Geldinstitutionen einer Gesellschaft haben können.
Inhalt:
Michael Schmid, Andrea Maurer: Institution und Handeln
Hartmut Esser: Institutionen als Modelle
Johannes Berger: Neoinstitutionalismus und Wirtschaftssoziologie
Michaela Haase: Rationales und soziales Handeln
Martin Held, Hans G. Nutzinger: Perspektiven einer Allgemeinen Institutionenökonomik
Manfred Moldaschl, Thomas Diefenbach: Regeln und Ressourcen
Klaus Gilgenmann, Jörg Glombowski: Institutionen als Elementareinheiten soziokultureller Evolution
Dirk Ipsen: Transaktionskostenökonomie und soziologische Institutionentheorie
Niels Peter Thomas: Risikoentscheidungen und ihre Institutionalisierung
Hans Frambach: Vertrauen in der Neuen Institutionenökonomik
Walther Müller-Jentsch: Akteure, Interessen, Institutionen
Britta Rehder: Betriebliche Bündnisse
Stephan Lessenich: Institutionelle Einbettung, strategisches Handeln und die routinisierte Zerstörung von Institutionen
Christoph Deutschmann: Geld, Kapital und Institutionen
Peter Spahn: Geld als Institution einer Marktökonomie
Peter Graeff: Aktiver oder passiver Staat?
Michael Nollert: Preisbildungsregime und Einkommensverteilung