Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wird die Herstellung von artfremden Mikro-Strahlschweißverbindungen zwischen Titan und nichtrostenden Stählen sowie zwischen Titan und Nickel-Titan-Formgedächtnislegierungen (Nitinol) mit Fokus auf medizintechnische Anwendungen untersucht. Hierzu erfolgt eine systematische Untersuchung des Mikro-Elektronenstrahlschweißens, mit der die Möglichkeiten und Grenzen zur Kontrolle chemischer und thermophysikalischer Inkompatibilitäten aufgezeigt werden. Nachfolgend werden die biokompatiblen Refraktärmetalle Niob, Tantal und Hafnium als Zusatzwerkstoffe zur Steigerung der Verbindungseigenschaften eingesetzt. Abschließend erfolgen Vergleichsschweißungen mittels gepulstem Laserstrahlschweißen, anhand derer verfahrensspezifische Einflussfaktoren abgeleitet und die Übertragbarkeit der Erkenntnisse evaluiert werden können.
Die Ergebnisse zeigen, dass es durch eine angepasste Prozessführung beim Mikro-Elektronenstrahlschweißen ermöglicht wird, die Werkstoffvermischung wirksam zu kontrollieren. Demnach lassen sich die Entstehungsbereiche intermetallischer Phasen, die infolge der metallurgischen Unverträglichkeit der Fügepartner entstehen, gezielt begrenzen. Auf diese Weise kann eine globale Versprödung der Schweißnähte verhindert und die Herstellung rissfreier Verbindungen sichergestellt werden. Durch Applikation der Zusatzwerkstoffe können kritische Akkumulationen intermetallischer Phasen weiter reduziert und teils gänzlich vermieden werden. Infolgedessen lassen sich robustere Verbindungen mit deutlich höheren Zugfestigkeiten realisieren. Insbesondere bei der Mischverbindung Titan/Niob/Nitinol können durch Ausnutzung der Charakteristika gepulster Systeme Schweißnähte erzeugt werden, die unter verschiedenen Belastungsszenarien mechanisch robust sind.