„Keine Wortkorrektur / keine Umschweife / bewusst Mehrdeutigkeiten / vermeiden“, diese komplexe bis widersprüchliche Sprachwelt bestimmt Roland Schapperts Texte. Er feilt unaufhörlich an seinen Wortkonstellationen, liebt echte Polyvalenz und bestreitet bloß vorgeschobene Alternativen ebenso wie vermeintliche Alternativlosigkeit. Der Wunsch nach Ursprünglichkeit und Unmittelbarkeit trifft hier auf mediale Wirklichkeit, sich zu verstellen und in Rollen zu schlüpfen. Dies gilt für den privaten
Mediengebrauch ebenso wie für unsere Gesellschaft im Ganzen. Wortwechsel – Monologe, Dialoge und Gesprächspausen versammeln sich zu einem offenen Meinungsaustausch vielschichtiger Ich-Du-Konstellationen. Eine permanente
Suche nach der passenden Lyrik, die mit uns spricht, bestätigt oder in Frage stellt. Der nicht nur in den Sozialen Medien empfundene Druck stetiger Selbstvergewisserung, der uns an den Rand der eigenen Sichtbarkeit zu pressen scheint, bildet einen
zentralen Ausgangspunkt der künstlerischen Arbeit von Roland Schappert. Dabei geht es um permanente Einschreibungen in unser tiefstes eigenes Bewusstsein.
Roland Schappert entwickelt eine Bildwerdung der Schrift mit Leinwandbildern, Zeichnungen und Wandmalereien. Er schreibt Lyrik sowie Essays, vertont Gedanken und Gefühle und formt mit digitalen Synthesizern seine Songs.