Mit dieser Abhandlung wird ein Weg zum Umgang mit dramatischen Formen im schulischen Unterricht der Oberstufen aufgezeigt, der über bereits vorhandene Konzepte hinausführt: Textualität und Performativität dramatischer Formen erfahren in einem projektorientierten Unterricht der Fächer Deutsch und Darstellendes Spiel/Theater eine gleichwertige Behandlung, indem die Lektüre und deren konkrete Inszenierung in einem integrativen Prozess im Unterricht realisiert werden.
In einem definitorischen Kapitel widmet sich der Verfasser zunächst wichtigen dramentheoretischen Stationen und Denkmodellen von der Antike bis in die Gegenwart, bevor in einer detaillierten Darstellung unter der Berücksichtigung historischer und politischer Einflussfaktoren Positionen und Entwicklungsströme der Dramendidaktik sowie des Schul- und Jugendtheaters referiert und einer kritischen Gegenüberstellung unterzogen werden. Aus deren Schnittmengen erschließt sich die Erkenntnis, dass mit einer (temporären) integrativen Kooperation der Schulfächer Deutsch und Darstellendes Spiel/Theater die Möglichkeit einer ausgewogenen Behandlung von Textualität und Performativität in der Unterrichtspraxis gegeben ist.
Mit der Untersuchung der Lehrpläne beider Fächer überprüft der Verfasser die pädagogischen, fachlichen und schuljuristischen Prämissen für die Umsetzung seines Konzepts und veranschaulicht am Beispiel des von einigen Bundesländern zur Pflichtlektüre erhobenen „Faust I“ von Goethe, wie seine dramendidaktische Modellvorstellung in der Praxis umgesetzt werden kann, ohne dass die anzustrebenden abiturrelevanten Kompetenzen vernachlässigt werden.
Sein Schlussresümee mündet in das Desiderat, diese in die Lehrpläne einzupflegen, um Sachkompetenz, soziale Kompetenz und ästhetische Kompetenz in großer Breitenwirkung für die Lernenden erfahrbar zu machen.