Im Jahr 2024 ging der Kölner Künstler Ivo Weber über drei Monate auf eine außergewöhnliche Reise entlang der drei Flüsse Rhein, Neckar und Donau bis nach Rumänien. Er startete in Köln und ging und fuhr 1.800 km bis Kölns Partnerstadt Cluj-Napoca, das ehemalige Klausenburg. Er benutzte als Fortbewegungsmittel ein Elektromobil, dem auf einem Anhänger eine lebensgroße Eselfigur folgte. Der Künstler betätigte sich als „Herold“ der Kunst im öffentlichen Raum in Werken und Akteur:innen auf seiner Strecke. Die Aktion war begleitet von digitalen Informationen über den Reiseweg, die besuchten Kunstorte und die Begegnungen mit Kunstakteur:innen in den durchreisten Ländern, die in ein digitales Tagebuch und ein Archiv aufgenommen wurden. Es handelte sich um eine Performance der radikalen Entschleunigung, des Kulturendialogs über Grenzen hinweg und eine Thematisierung der Kunst im öffentlichen Raum.
Die Publikation ist eine inhaltliche Weiterführung der Aktion. Sie dokumentiert nicht nur die Reise, sondern reflektiert auch zentrale Themen wie Gastfreundschaft, Kunst im öffentlichen Raum, Mobilität und künstlerische Praxis. Das Buch ist vielschichtig: Neben dem Archiv mit 60 Botschaften und der Beschreibung des Reisewegs geben die Autoren vertiefende Einblicke in unterschiedliche Aspekte des Projekts. Das Buch verschafft der Aktion Nachhaltigkeit und macht die Erfahrungen, Begegnungen und Botschaften der Reise einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich. Die Kunststiftung NRW fördert seit 37 Jahren mit Mitteln aus Erträgen von WestLotto alte und neue Kunst aller Sparten nach dem Kriterium der künstlerischen Qualität. Wir haben diese nur auf den allerersten Blick skurril scheinende Aktion und ihre Dokumentation gern und aus Überzeugung gefördert.