BROKEN SILENCE ist ein besonderer Film. Nicht nur deshalb, weil es ein low-budget Film ist. Ihn zeichnet eine bescheidene, scheinbar unspektakuläre Erzählweise aus, seine humorvolle, tragisch-komische Menschlichkeit. Die konzentrierte, neugierige Poesie, die inhaltlich und formal Unvereinbares zu verbinden versteht, ist eine unerwartete Begegnung.
Warum sollte man sich für die Geschichte, den Film, das Drehbuch, eines vom Schweigegelöbnis befreiten, weltfremden Kartäusermönches interessieren? Zum erstenmal in seinem Leben, muß der Mönch eine Reise unternehmen, noch dazu in die ferne Vulkangegend Javas, landet in Indien, trifft eine afroamerikanische Drummerin und vollendet im reinsten Sinn des Wortes mit ihr diese Reise, die für ihn voller Befremden und Abenteuer ist. In seiner Rahmenhandlung erzählt der Film die lebenskomplexe Beichte der Reise des Kartäusers, in einer zufälligen bewegenden Annäherung zweier Kirchenmänner unterschiedlicher Ausübung.
Wie erleben die Begegnung mit einem Filmemacher und seinem Film, in der sich durch Demut eine neue, andere menschliche Wahrheit mit Humor, Mitgefühl und Respektlosigkeit eröffnet. Der Deutschschweizer Wolfgang Panzer, Regisseur, Drehbuchautor und Kameramann von BROKEN SILENCE, grenzt sich leise und beharrlich und voller Lebenslust mit seinem Film gegen den Verlust der Bestimmung des Kinos als Kunstwerk ab. […]
So berührt dieser Film, dessen Drehbuch wir hier vorlegen, durch seine gelassene Weltsicht und Lebensweisheit. Er verbindet Gegensätzliches ohne Preisgabe individueller Eigenheit in zwischenmenschlichen Dialogen. Er löst die Schwellen und Barrieren des Anderen und Fremden durch Zuhören und Erleben auf. Jenseits von Lärm und dreister Anbiederung, von Schrankenlosigkeit und einer Vermutungsindustrie, befreit dieser Film durch seine unkonventionelle Phantasie, Einfachheit, Stille und Unschuld, durch seinen kontemplativen Rhythmus und seine spirituelle Dimension in einer durch und durch materiellen Welt.
(Andrea Welker)