Eva und der Disput der acht Kirchenmänner über die Unbefleckte Empfängnis Marias. Das wiederentdeckte Tafelbild von Guillaume Pierre de Marcillat
Im geheimnisvollen Tafelbild wird nach und nach die Aussage des genialen Malers erkennbar, der inmitten von bedeutenden Klerikern steht, welche die Geisteshaltung – nicht nur Europas – bis in die Gegenwart hinein prägen. Die heutigen drängenden Herausforderungen verlangen aber nach einer erweiterten Bewusstwerdung.
Die zentrale Figur von Eva symbolisiert den weiblichen Geist von Mann und Frau, der mit dem Leben experimentiert und der das konkrete Leben ununterbrochen kreativ zu erweitern sucht. Eva will auf sich aufmerksam machen, indem sie sich einmischt. Mit ihrer Gegenwart hofft sie, die Gottesmänner in ihrem intellektuellen Disput zu stören und vor allem berühren zu können.
Seit 500 Jahren richten wir unseren Forschergeist fast ausschliesslich auf äussere Ereignisse. Es ist Zeit für eine Öffnung hin zu den inneren Ereignissen. Die Zukunft gehört wohl den Forschungsreisen ins Unbewusste, das ebenso unbegrenzt und faszinierend ist wie die äussere Wirklichkeit. Eva ist ein Bild für die Seele, die ebenso stört, wie neue Ordnungen schafft. Die Seele macht sich immer wieder auf überraschende Weise bemerkbar, weil sie mehr weiss und respektiert werden will.