Das Buch ist eine abgeschlossene Einführung in das Framework der Head-Driven Phrase Structure Grammar. In einem einführenden Kapitel wird der Übergang von einfachen Phrasenstrukturgrammatiken zu den komplexeren Repräsentationen mit Merkmalbeschreibungen motiviert. Das zweite Kapitel führt allgemein verständlich in den Formalismus der Merkmalstrukturen ein. In den verbleibenden Kapiteln werden phänomenbezogen verschiedene Grammatikbereiche diskutiert, wobei die Analysen jeweils für das Deutsche ausgearbeitet werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf syntaktischen Phänomenen (Konstituentenstruktur, Konstituentenstellung, Kasus, Passiv, Kongruenz, Verbalkomplex und Partikelverben), die Morphologie (Flexion und Derivation) wird aber ebenfalls behandelt, und es wird gezeigt, wie die Bedeutung morphologischer und syntaktischer Konstruktionen kompositional bestimmt werden kann.
In den Analyseabschnitten wurde bewußt auf die Diskussion von Alternativen verzichtet. Den Alternativen ist jeweils ein eigener Abschnitt gewidmet, der dem fortgeschrittenen Leser den Vergleich mit anderen HPSG-Ansätzen aber auch mit Ansätzen aus der Konstruktionsgrammatik (CxG), der Lexikalisch-Funktionalen-Grammatik (LFG) und mit Varianten der Government & Binding-Theorie (GB) ermöglichen soll. Bei der Diskussion der Alternativen spielen sowohl formale Eigenschaften der jeweiligen Theorien als auch empirische Befunde aus dem Deutschen und anderen Sprachen eine Rolle.
Gliederung:
Einleitung
Der Formalismus
Valenz und Grammatikregeln
Dominanzstrukturen und Prinzipien
Semantik
Das Lexikon
Ein topologisches Modell des deutschen Satzes
Konstituentenreihenfolge
Nichtlokale Abhängigkeiten
Relativsätze
Lokalität der Selektion
Kongruenz
Kasus
Verbalkomplex
Kohärenz, Inkohärenz, Anhebung und Kontrolle
Passiv
Partikelverben
Morphologie
Argumentation für eine Theorie bzw. gegen andere Theorien
Die vierte Auflage des Buches wurde komplett überarbeitet. Sie verwendet jetzt eine Argumentstrukturliste und die Valenzmerkmale SPR und COMPS. Außerdem wurde die Semantik von Situationssemantik auf Minimal Recursion Semantics (MRS) umgestellt. MRS erlaubt die Unterspezifikation von Quantoreskopus.