Auf Einladung des Bistums Wrodaw der Polnischen Orthodoxen Kirche traf sich die von der Stiftung Pro Oriente berufene interkonfessionelle und internationale Arbeitsgruppe zum Studium der Anfänge der Brester Union vom 2. bis zum 8. Juli 2004 in Jelenia Gora/ Cieplice zu ihrer zweiten Arbeitstagung. Wie das Protokoll der ersten Arbeitstagung ausweist, hatten sich die Teilnehmer selbst für die zweite Begegnung sechs Themen zur Tagesordnung gewählt; diese hatten sich bei der ersten Arbeitstagung besonders aufgedrängt, weil die Vermutung nahe lag, dass sie für größere Kontroversen Anlass bieten könnten. Die sechs Themen sind:
- Die Geschehnisse während des Aufenthalts der beide ruthenischen Bischöfe in Rom.
- Das Verständnis von einem Schisma und von einer Union, das um die Zeit der Brester Union in Polen-Litauen bzw. in Rom vertreten wurde, und die verschiedenen Nuancen davon.
- Vergleich der wichtigsten Urkunden (besonders der beiden Bullen Magnus Dominus und Decet Romanum Pontificem, der 1133 Artikel" und der zahlreichen Papstbriefe vom Februar 1595) hinsichtlich der darin enthaltenen Aussagen zur Ekklesiologie und zu den römischen bzw. Kiever Auffassungen bezüglich der Ausübung des römischen Primats.
- Der Wandel in der Ausübung des römischen Primats, der in der Folge der Brester Union eintrat.
- Die Gründe für die Ablehnung der Union, die in der Zeit bis zum Tod von Petr Mogila von den Unionsgegnern vorgebracht wurden.
- Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat in der Zeit nach der Brester Union bis zum Tod von Petr Mogila.