Durch die Diskussionen, die seit Jahrzehnten über das Wesen und die Art der Kirchenunionen der Frühen Neuzeit geführt werden, ergaben sich nach dem Zusammenbruch des Kommunismus seit 1990 erneut die Notwendigkeit, dem Wesen und den Eigenheiten dieser Kirchenunionen wissenschaftlich nachzugehen. Dabei stand als methodischer Ansatz der Versuch im Vordergrund, jede Unionsbewegung für sich zu sehen und ihr ein spezielles Augenmerk zu widmen, um nicht wieder – wie in der Vergangenheit wiederholt geschehen - durch Vergleiche und Vermischungen neue Missverständnisse herbeizuführen.
Die Ziele für die beiden getrennt geführten Forschungsprojekte sind durch die bisher gemachten Erfahrungen gleichsam vorgegeben. Sie wurden auf Anregung von Erzbischof Jeremiasz von Breslau und Professor Suttner aus Wien in Angriff genommen und befassen sich mit den beiden größten ethnischen und religiösen Gruppen, die im 16./17. Jahrhundert in Europa eine Kirchenunion mit Rom eingegangen sind, den Ruthenen in Galizien und den Rumänen in Siebenbürgen.
Der vorliegende Band lässt Wissenschaftler von allen beteiligten Gruppen – den Orthodoxen, den Unierten und den römischen Katholiken (in Rumänien auch den Reformierten) – zu Wort kommen zu lassen. Sie sollen aus ihrer Sicht zu bestimmten Themen Stellung beziehen. Erst in den gemeinsamen Beratungen kann im Anschluss über die strittigen Punkte und Fragen eine Verständigung herbeigeführt werden. Der erste Schritt besteht vor allem darin, eine gemeinsame Basis dafür zu finden, was von allen Seiten als Quelle anerkannt wird und als solche zu gelten hat.