Der Umgang mit der zunehmenden Vielfalt im (frühkindlichen) Bildungssystem
ist eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesell-
schaft. Im Auftrag des Kuratoriums hat das nifbe daher das vorliegende Grundla-
genpapier „Vielfalt leben und erleben! Chancen und Herausforderungen der Hete-
rogenität“ verfasst. Er soll eine entsprechende Qualifizierungsinitiative des nifbe
ab 2018 wissenschaftlich begründen und pädagogisch rahmen.
Das nifbe ist aufgrund seiner bis 2016 erarbeiteten wissenschaftlichen Expertise zu
diesem Thema und der nachhaltigen Vernetzung vor Ort geeignet, eine solche Qua-
lifizierungsinitiative inhaltlich vorzubereiten und systematisch in der Fläche umzu-
setzen. Im Grundlagenpapier wird insbesondere auch Bezug auf die wissenschaft-
lichen Erkenntnisse aus den nifbe-Forschungsstellen genommen. Diese stellen aus
unserer Sicht wichtige Querschnittdimensionen für den Umgang mit verschiedenen
Heterogenitätsdimensionen dar – von der mit entsprechenden Selbstkompetenzen
und einer hohen Reflexionsfähigkeit geprägten professionellen Haltung über die
Ressourcenorientierung und psychomotorische Ansätze bis hin zur interkulturellen
Kompetenz.
Das vorliegende Grundlagenpapier ist dezidiert als „work in progress“ angelegt, so
dass Erkenntnisse aus der Umsetzung der Qualifizierungsinitiative wie auch aktuel-
le Forschungsergebnisse und Konzepte anderer (niedersächsischer) Hochschulen im
Verlaufe des Prozesses integriert werden können.
Unabdingbare Grundlage für den kompetenten Umgang mit Vielfalt ist für alle Ak-
teure in der frühkindlichen Bildung die bewusste Anerkennung des Faktums der
Vielfalt sowie eine Sensibilisierung für Differenzen und daraus resultierende Dis-
kriminierungen und Benachteiligungen in der eigenen Praxis. Dafür ist eine hohe
(Selbst-) Reflexionsfähigkeit und das Hinterfragen eigener (oftmals unbewusster)
Normerwartungen, Klischees und Vorurteile in der Begegnung mit dem „Fremden“
zentral. Nur so können alle Kinder bestmöglich gefördert und die Professionali-
sierung des Feldes konsequent vorangetrieben werden. Unser Ansatz und Motto
für den konstruktiven Umgang mit Vielfalt lautet dabei: „Fest auf eigenem Grund
stehend offen sein für Neues!“